Wissen über Standort Cloud & Lokal
Ein Rechenzentrum in der Schweiz vermittelt Sicherheit. Wer vertrauliche Daten schützen muss, will wissen, wo sie liegen.
Verantwortliche aus Organisationen und inhabergeführten Unternehmen haben mich gefragt, wie wichtig der Serverstandort ist.
Der Standort gehört zur Sicherheitsbewertung. Wie weit die Kontrolle einer Organisation über ihre Daten tatsächlich reicht, zeigt er nicht. Das wurde mir klar, als ich lokale und cloudbasierte KI-Anwendungen verglich: wer die Systeme betreibt, welche Abhängigkeiten entstehen, was geschieht, wenn etwas ausfällt.
Ein Standort auf der Landkarte zeigt noch keine Zugriffsberechtigung
Ein Server kann in der Schweiz stehen und wird aber aus dem Ausland administriert. Ein Anbieter kann somit für Wartung, Support oder Datensicherung weitere Unternehmen beiziehen. Protokolle und Sicherungskopien liegen somit nicht zwingend am selben Ort wie die Dokumente.
Daraus folgen vier Fragen:
Vier Fragen zur Cloud-Lösung & lokaler Lösung
Was wir aus der Hand geben, bleibt unsere Verantwortung
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) beschreibt Cloud Computing in seiner Technologiebetrachtung “Cloud Computing und Cybersicherheit” als eine Möglichkeit, IT-Leistungen auszulagern. Es richtet den Blick auf die einzelne Dienstleistung: welche Aufgaben ausgelagert werden und welche Kontrolle beim Kunden bleibt.
Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) hält fest: Wer Personendaten durch einen Cloud-Anbieter bearbeiten lässt, bleibt für die Einhaltung der Datenschutzvorschriften verantwortlich.
Verantwortliche geben also technische Aufgaben ab und behalten die rechtlichen Pflichten. Wer einen Anbieter wählt, entscheidet deshalb auch darüber, wie gut sich diese Pflichten noch erfüllen lassen.
Wenn eine Abhängigkeit sichtbar wird
Fünf mögliche Ereignisse wenn Abhängigkeit sichtbar wird.
Im Alltag fällt eine Abhängigkeit kaum auf. Sie zeigt sich, wenn ein Dienst ausfällt: nach einem Cyberangriff, bei einem Stromausfall, nach einem Naturereignis, durch Sabotage oder weil eine Plattform nicht erreichbar ist. Dann entscheidet ein Vertrag darüber, wer reagiert und wie schnell.
Eine lokale KI verringert solche Abhängigkeiten, sofern Sprachmodell, Wissensbasis und Bedienoberfläche tatsächlich auf dem eigenen Rechner laufen. Die Aufgaben bleiben trotzdem bestehen. Jemand im eigenen Haus sorgt für Strom und Hardware, pflegt Aktualisierungen ein, sichert die Daten und stellt sie nach einem Ausfall wieder her.
Der Betrieb vor Ort verschiebt die Verantwortung ins eigene Haus. Wer sich dafür entscheidet, plant diese Aufgaben gleich mit.
Mit KI kommen weitere Wege für Daten hinzu
Wer einen KI-Dienst über eine Schnittstelle nutzt, schickt Daten an diesen Dienst. Je nach Anwendung sind das ganze Dokumente, Auszüge daraus oder Metadaten. Dazu kommen Protokolle, die der Anbieter für Betrieb und Fehlersuche speichert.
Für jeden dieser Wege gelten die vier Fragen vom Anfang: Wer kann zugreifen? Wer verwaltet die Schlüssel? Was wird protokolliert? Wer sieht die Protokolle?
Für Personendaten gilt in der Schweiz das Datenschutzgesetz (DSG). Bringt eine Bearbeitung ein hohes Risiko für die betroffenen Personen mit sich, verlangt es eine Datenschutz-Folgenabschätzung. Schutzbedarf und Bearbeitungsbedingungen müssen zusammenpassen: Sensible Daten brauchen einen Weg, auf dem sie geschützt bleiben.
Kontrolle zeigt sich, wenn etwas schiefgeht
Das gilt für die lokale KI, wie für die Cloud. Eine Organisation trägt Verantwortung nur dann wirksam, wenn sie drei Dinge kennt: wer zuständig ist, welche Eingriffsmöglichkeiten sie hat und welche Informationen sie im Ernstfall erhält.
Damit lässt sich die Frage nach dem Serverstandort beantworten. Der Standort ist ein Punkt auf der Liste. Die übrigen Punkte stehen im Vertrag, im Betriebskonzept und in der Zuständigkeit für den Ernstfall. Wer sie vor dem Entscheid klärt, weiss, wie weit die eigene Kontrolle reicht.
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